Die schönsten Orte im Taunus liegen näher, als viele Frankfurter denken: 15 bis 40 Minuten Fahrt, und Sie stehen auf einem keltischen Ringwall, in einem Römerkastell oder auf einer Sonnenuntergangs-Terrasse mit Blick bis zur Skyline. Dieser Guide führt Sie zu sieben Plätzen, die wir Gästen empfehlen, wenn sie fragen: Wohin lohnt sich ein Tag im Taunus? Sie finden zu jedem Ort die Anfahrt, einen konkreten Wandertipp und eine Einkehrempfehlung – damit aus dem Ausflug ein runder Tag wird.

Was macht den Taunus besonders?

Der Taunus ist ein Mittelgebirge nördlich von Frankfurt und gliedert sich grob in zwei Zonen: den hohen Hauptkamm rund um Großen Feldberg und Altkönig (über 750 Meter, dichter Buchenwald, alpine Aussicht) und den Vortaunus mit Kurstädten wie Bad Homburg, Königstein und Kronberg. Genau diese Mischung macht den Reiz aus. Sie können vormittags eine Wanderung mit Höhenluft machen und nachmittags durch einen Belle-Époque-Kurpark schlendern – ohne länger als 30 Minuten zwischen den Orten unterwegs zu sein.

Hochtaunus oder Vortaunus?

Als Hochtaunus bezeichnet man die bewaldeten Höhenzüge ab etwa 500 Metern – Wandergebiet, kühler im Sommer, ideal für Naturliebhaber. Der Vortaunus liegt davor: sanfte Hügel, Streuobstwiesen, historische Städte. Beide Zonen sind über die B455 und die S-Bahn S5 gut verbunden.

1. Großer Feldberg – Der König des Taunus

Mit 881 Metern ist der Große Feldberg der höchste Punkt des Taunus und ein Klassiker für den ersten Ausflug. Auf der Kuppe stehen ein begehbarer Aussichtsturm und das Feldbergkastell, ein nachgebauter Kleinkastell-Rest des Limes. Bei klarem Wetter sehen Sie den Odenwald im Süden, den Vogelsberg im Osten und an besonders guten Tagen sogar den Hunsrück. Der Feldberg ist Ihr Punkt, wenn Sie schnell viel Aussicht möchten, ohne stundenlang zu wandern.

Anfahrt: B8/L3025 ab Oberursel, Parkplatz direkt am Gipfel (gebührenpflichtig). ÖPNV: S-Bahn S5 bis Oberursel-Hohemark, von dort weiter mit dem Buslinien-Anschluss Richtung Feldberg.

Einkehrtipp unterwegs: Das Fuchstanz, eine traditionsreiche Waldgaststätte zwischen Altkönig und Feldberg, lässt sich gut auf einer Rundwanderung einbauen.

Geheimtipp: Im Juni und Juli ist Sonnenaufgang gegen 5:15 Uhr. Wer dann oben steht, hat den Turm fast für sich – und das Lichtspiel über dem Rhein-Main-Becken vergisst man nicht.

2. Altkönig und der Ringwall – Wandern auf keltischen Spuren

Der Altkönig ist mit 798 Metern der zweithöchste Berg des Taunus und für viele der schönere. Der Grund: Auf dem Gipfel liegen zwei mächtige steinerne Ringwälle aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit – Reste einer keltischen Höhensiedlung, gewaltige Steinhaufen im Wald, die wie ein Märchen wirken. Anders als der Feldberg ist der Altkönig nicht per Auto erreichbar. Sie kommen nur zu Fuß hoch, und genau das macht den Ort besonders.

Wandertipp: Vom Parkplatz Hohemark (Oberursel) oder von Falkenstein aus etwa 1,5 bis 2 Stunden bergauf. Beide Wege sind gut beschildert und auch für ungeübte Wanderer machbar.

Verbindungsidee: Den Altkönig können Sie hervorragend mit einer Schleife über Fuchstanz und zurück verbinden. Eine Übersicht der schönsten Wandertouren ab Bad Homburg finden Sie in unserem Wander-Guide.

3. Saalburg und der Limes – Wo Rom auf den Taunus traf

Die Saalburg ist das einzige vollständig rekonstruierte Römerkastell weltweit und seit 2005 UNESCO-Welterbe als Teil des Obergermanisch-Raetischen Limes. Schon Kaiser Wilhelm II. ließ die Anlage ab 1898 wieder aufbauen. Heute laufen Sie durch ein lebendiges Museum mit Mannschaftsbaracken, Thermen, Tempel und einem komplett rekonstruierten Haupttor – kein Schaukasten, sondern ein begehbares Stück Geschichte.

Für Familien: Besonders gut geeignet ab etwa sechs Jahren. Im Sommer finden regelmäßig Vorführungen mit Legionären statt.

Anfahrt: A661 Richtung Bad Homburg, Ausschilderung „Saalburg / Hessenpark“ folgen. Vom Bahnhof Bad Homburg auch mit dem Bus erreichbar.

Kombi-Empfehlung: Saalburg vormittags, Hessenpark nachmittags. Beide liegen nur sieben Kilometer auseinander. Unser ausführlicher Artikel Hessenpark und Saalburg als Tagesausflug zeigt, wie Sie das in einen entspannten Tag packen.

4. Hessenpark Neu-Anspach – Hessen zum Anfassen

Der Hessenpark ist ein Freilichtmuseum, in dem über 100 historische Gebäude aus ganz Hessen Stein für Stein neu aufgebaut wurden: Fachwerkhöfe, Mühlen, eine Synagoge, eine Kirche, Werkstätten. Sie spazieren durch Marktplätze, gucken Handwerkern beim Schmieden und Backen über die Schulter und können in einem alten Wirtshaus essen.

65 Hektar · über 100 Gebäude · 5 Jahrhunderte hessische Baugeschichte

Saison-Highlight: Die saisonalen Märkte (Oster-, Bauern-, Adventsmarkt) sind eigene Reisen wert. Auch der reguläre Besuch lohnt sich von April bis Oktober am meisten.

Anfahrt: A5 Ausfahrt Friedberg, dann B275 Richtung Usingen.

5. Kurpark Bad Homburg – Belle Époque mitten im Taunus

Sie müssen nicht auf 800 Meter klettern, um den Taunus von seiner schönsten Seite zu sehen. Der Bad Homburger Kurpark ist 44 Hektar groß, von Peter Joseph Lenné mitgeplant und gilt als einer der schönsten Kurparks Europas. Auf einem Rundgang sehen Sie das Kaiser-Wilhelm-Bad, die Spielbank (die älteste Deutschlands), die goldene Russische Kapelle, den Siamesischen Tempel und alte Mineralbrunnen.

Ideal für: Tage mit Regen-Risiko, Besuch mit älteren Gästen, romantische Spaziergänge zu zweit.

Verbindungstipp: Kurpark am Vormittag, Bad Homburger Schloss und Altstadt am Nachmittag. Unsere Übersicht der Sehenswürdigkeiten in Bad Homburg sortiert die wichtigsten Stationen für einen halben Tag.

Sonnenterrasse des Passions Restaurants am Royal Homburger Golf Club mit Blick über den Taunus
Die Panoramaterrasse am Royal Homburger Golf Club in Dornholzhausen – Blick über Golfplatz und Taunus-Vorland

6. Dornholzhausen und der Royal Homburger Golf Club

Dornholzhausen ist der höchstgelegene Stadtteil von Bad Homburg und einer dieser Orte, die fast niemand auf dem Schirm hat. Direkt am Waldrand liegt der Royal Homburger Golf Club 1899 – der älteste Golfclub Deutschlands, gegründet von britischen Kurgästen Kaiser Wilhelms II. Sie müssen kein Mitglied sein, um hier zu sein. Was den Ort einzigartig macht: die Westausrichtung mit Blick über Taunus-Vorland, Felder und die Frankfurter Skyline am Horizont – und damit eine der schönsten Sonnenuntergangs-Perspektiven der Region.

Warum der Ort hier steht: Genau auf diesem Gelände, im historischen Clubhaus, betreiben wir das Passions Restaurant mit Panoramaterrasse und Kaminzimmer. Es ist nach unserem Wissen die einzige Terrasse in Bad Homburg, von der aus Sie den Sonnenuntergang frei sehen – ohne Hang, ohne Bäume, ohne Stadt davor. Wer einen Taunus-Tag entspannt ausklingen lassen möchte, ist hier gut aufgehoben.

Anfahrt: Über die Saalburgstraße Richtung Dornholzhausen, kostenlose Parkplätze direkt am Clubhaus. Bus 11 ab Bahnhof Bad Homburg.

7. Burg und Schloss Kronberg – Wo der Taunus die Stadt trifft

Im Süden des Taunus liegt Kronberg, eine kleine Stadt mit großem Programm: oben die mittelalterliche Burg Kronberg (12. Jahrhundert) mit begehbarem Bergfried, darunter die enge Altstadt mit Fachwerk, und am Stadtrand das Schloss Friedrichshof, erbaut von Kaiserin Victoria, der Mutter Wilhelms II. Heute ist es ein 5-Sterne-Schlosshotel mit öffentlichem Park.

Für wen: Wer Burgromantik, Cafés und kleine Boutiquen mag und einen halben Tag entspannt verbringen möchte.

Anfahrt: B455 ab Oberursel, 15 Minuten ab Bad Homburg, 20 Minuten ab Frankfurt.

Einkehrtipp: Der Hellhof Kronberg (gehobene Küche im historischen Adelshof) oder die Zehntscheune (mediterrane Küche im Altstadtkern).

Wie planen Sie Ihren perfekten Taunus-Tag?

Der häufigste Fehler bei Taunus-Ausflügen ist Überfrachtung. Drei Ziele an einem Tag sind selten gut. Wir empfehlen einen Hauptpunkt am Vormittag, einen kürzeren am Nachmittag und einen ruhigen Ausklang.

So gehen Sie es an:

  1. Wetter prüfen. Bei Regen verschiebt sich der Fokus auf Saalburg, Hessenpark und Kurpark statt Feldberg und Altkönig.
  2. Ein Hauptziel wählen. Aussicht (Feldberg), Geschichte (Saalburg), Familie (Hessenpark) oder Kultur (Kurpark) – nicht alles auf einmal.
  3. Ein Sekundärziel im Umkreis von 15 Minuten anschließen. Beispiel: Feldberg vormittags, Kronberg nachmittags. Oder Kurpark vormittags, Saalburg nachmittags.
  4. Den Abend bewusst planen. Ein guter Tag im Taunus endet nicht im Auto auf der A661, sondern bei einem entspannten Essen mit Aussicht.

Info-Box: Anfahrt und Parken

Häufige Fragen zum Taunus