Kaum ein Gericht ist in Deutschland so beliebt wie das Schnitzel. Ob als Wiener Schnitzel vom Kalb, als Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce oder als Frankfurter Schnitzel mit Grüner Soße – die panierte Köstlichkeit gehört fest zur deutschen Esskultur. Doch woher stammt das Schnitzel eigentlich, welche Varianten gibt es, und was macht ein wirklich gutes Schnitzel aus?

Die Geschichte des Schnitzels

Die Ursprünge des panierten Schnitzels reichen weit zurück. Bereits im Mittelalter war es in wohlhabenden Haushalten üblich, Fleischstücke mit einer Hülle aus Brotkrumen zu versehen, bevor sie gebraten wurden. Die goldene Panade sollte dabei nicht nur den Geschmack veredeln, sondern war auch ein Zeichen von Wohlstand – Blattgold auf Speisen war zu dieser Zeit in Adelskreisen verbreitet, und die goldbraune Panade stellte eine erschwinglichere Alternative dar.

Die bekannteste Variante, das Wiener Schnitzel, hat seinen Ursprung – der Name verrät es – in der österreichischen Hauptstadt. Der Legende nach soll Feldmarschall Radetzky das Rezept Mitte des 19. Jahrhunderts aus Mailand nach Wien gebracht haben, wo das „Cotoletta alla milanese" bereits seit Jahrhunderten bekannt war. Historiker streiten allerdings über die Genauigkeit dieser Geschichte. Fest steht, dass das panierte Kalbsschnitzel spätestens ab dem 19. Jahrhundert zum Nationalgericht Österreichs aufstieg und von dort aus seinen Siegeszug durch ganz Europa antrat.

Was macht ein gutes Schnitzel aus?

Die Qualität eines Schnitzels steht und fällt mit wenigen, aber entscheidenden Faktoren. Zunächst das Fleisch: Ein echtes Wiener Schnitzel wird aus der Oberschale des Kalbs geschnitten. Es sollte gleichmäßig dünn geklopft werden – etwa vier bis fünf Millimeter –, damit es beim Braten gleichmäßig gart und die Panade knusprig wird, ohne dass das Fleisch austrocknet.

Die Panierung folgt dem klassischen Dreischritt: Mehl, verquirltes Ei und Semmelbrösel. Entscheidend ist, dass die Panade locker aufliegt und nicht fest ans Fleisch gepresst wird. Beim Braten in ausreichend heißem Butterschmalz – das Schnitzel sollte regelrecht schwimmen – bilden sich kleine Luftblasen zwischen Fleisch und Hülle. Genau diese Blasen sorgen für die typische wellige, goldbraune Kruste, die beim Anschneiden herrlich knuspert.

Die Brattemperatur spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Zu heißes Fett verbrennt die Panade, bevor das Fleisch durchgegart ist. Zu niedrige Temperaturen führen dazu, dass sich das Schnitzel mit Fett vollsaugt. Die ideale Temperatur liegt bei etwa 170 Grad – dann braucht ein dünn geklopftes Schnitzel nur rund zwei bis drei Minuten pro Seite.

Die beliebtesten Schnitzel-Varianten

Wiener Schnitzel

Der Klassiker schlechthin: dünn geklopftes Kalbfleisch, paniert und in Butterschmalz goldbraun gebraten. Traditionell wird es mit Preiselbeeren, einem Spritzer Zitrone und Kartoffelsalat oder Bratkartoffeln serviert. Wichtig zu wissen: Nur wenn Kalbfleisch verwendet wird, darf es sich „Wiener Schnitzel" nennen. Wird Schweinefleisch verwendet, heißt es korrekt „Schnitzel Wiener Art".

Jägerschnitzel

Das Jägerschnitzel ist die wohl beliebteste Variante in der deutschen Gastronomie. Zur panierten Grundlage gesellt sich eine herzhafte Pilzrahmsauce – meistens aus Champignons, Zwiebeln und Sahne. In manchen Regionen werden auch Waldpilze wie Pfifferlinge oder Steinpilze verwendet, was dem Gericht eine besonders aromatische Note verleiht. Dazu passen Bratkartoffeln oder Spätzle.

Frankfurter Schnitzel

Eine regionale Besonderheit aus dem Rhein-Main-Gebiet und Hessen: Das Frankfurter Schnitzel wird mit der berühmten Frankfurter Grünen Soße serviert – einer kalten Kräutersoße aus sieben Kräutern (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch), verrührt mit Schmand, Joghurt und hartgekochten Eiern. Die Kombination aus knuspriger Panade und der frischen, leicht säuerlichen Grünen Soße ist einzigartig und weit über die Grenzen Frankfurts hinaus beliebt. Gerade in Bad Homburg und dem Hochtaunuskreis ist das Frankfurter Schnitzel ein fester Bestandteil vieler Speisekarten.

Pfefferschnitzel

Das Pfefferschnitzel erhält seinen besonderen Charakter durch eine cremige Sauce aus grünem Pfeffer. Die leichte Schärfe der eingelegten Pfefferkörner harmoniert hervorragend mit dem milden Geschmack des panierten Fleisches. In der gehobenen Variante wird die Sauce mit einem Schuss Cognac oder Brandy flambiert.

Hähnchenschnitzel

Als leichtere Alternative zum klassischen Schweine- oder Kalbsschnitzel hat sich das Hähnchenschnitzel etabliert. Es wird aus der Hähnchenbrust geschnitten, dünn geklopft und genauso paniert wie sein traditionelles Pendant. Der mildere Eigengeschmack des Hähnchens macht es zu einem vielseitigen Begleiter – von Gorgonzolasauce über Zitronenbutter bis hin zu asiatischen Variationen mit Sesam und Sojasauce.

Das Schnitzel in Hessen und am Taunus

In der Region rund um Frankfurt, Bad Homburg und den Taunus hat das Schnitzel einen ganz besonderen Stellenwert. Die Nähe zu Frankfurt macht das Frankfurter Schnitzel mit Grüner Soße zur regionalen Spezialität, die in kaum einem Restaurant fehlt. Die sieben Kräuter für die Grüne Soße werden traditionell auf den Feldern im Frankfurter Oberrad angebaut, und die Saison beginnt jedes Jahr am Gründonnerstag.

Gleichzeitig ist die hessische Gastronomie bekannt für bodenständige, großzügige Portionen. Ein Schnitzel „über den Tellerrand" – also so groß, dass es über den Rand des Tellers hinausragt – gilt in vielen Wirtshäusern als Ehrensache. Dazu werden in der Regel Bratkartoffeln gereicht, die in Hessen gerne mit Speck und Zwiebeln zubereitet werden.

„Ein gutes Schnitzel braucht nicht viel – aber das Wenige muss stimmen: frisches Fleisch, eine lockere Panade und die richtige Temperatur beim Braten."

Schnitzel essen in Bad Homburg

Bad Homburg vor der Höhe, die Kurstadt am Südhang des Taunus, bietet eine vielfältige Gastronomielandschaft. Vom traditionellen Wirtshaus bis zum gehobenen Restaurant finden Schnitzel-Liebhaber hier zahlreiche Anlaufpunkte. Die Kombination aus Taunus-Natur und kulinarischer Tradition macht einen Restaurantbesuch in Bad Homburg besonders reizvoll – viele Lokale verfügen über Terrassen mit Blick ins Grüne.

Im Passions Restaurant am Royal Homburger Golf Club stehen gleich fünf verschiedene Schnitzel-Varianten auf der Karte: das klassische Wiener Schnitzel vom Kalb mit Preiselbeeren (29,50 €), das Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce (21,50 €), das Pfefferschnitzel mit grüner Pfeffersauce (21,50 €), das Frankfurter Schnitzel mit hausgemachter Grüner Soße (19,90 €) und das Hähnchenschnitzel mit Gorgonzolasauce (19,90 €) – alle serviert mit knusprigen Bratkartoffeln.

Schnitzel im Passions Restaurant

📍 An der Karlsbrücke 10, 61350 Bad Homburg (Im Royal Homburger Golf Club)

🕐 Dienstag – Sonntag, 12:00 – 22:00 Uhr (Küche bis 21 Uhr)

📞 +49 6172 7328727

🌐 www.passions-1899.de

Häufige Fragen rund ums Schnitzel

Was ist der Unterschied zwischen Wiener Schnitzel und Schnitzel Wiener Art?

Ein echtes Wiener Schnitzel wird ausschließlich aus Kalbfleisch zubereitet. Wird stattdessen Schweinefleisch verwendet, muss es als „Schnitzel Wiener Art" bezeichnet werden. Der Unterschied liegt also im Fleisch, nicht in der Zubereitung. Beide werden dünn geklopft, paniert und in Butterschmalz gebraten.

Warum wird das Schnitzel in der Pfanne geschwenkt?

Das Schwenken – auch „Soufflieren" genannt – sorgt dafür, dass heißes Fett immer wieder über die Oberseite des Schnitzels schwappt. Dadurch gart die Panade gleichmäßig und löst sich leicht vom Fleisch, was die typische wellige Textur erzeugt. Dieser Schritt unterscheidet ein handwerklich zubereitetes Schnitzel von der Variante aus der Fritteuse.

Welche Beilagen passen zum Schnitzel?

Klassisch werden Bratkartoffeln, Pommes frites oder Kartoffelsalat zum Schnitzel gereicht. In Hessen und dem Rhein-Main-Gebiet sind Bratkartoffeln mit Speck die beliebteste Wahl. Zum Wiener Schnitzel gehören traditionell ein Spritzer Zitrone und Preiselbeeren. Ein frischer Blattsalat rundet das Gericht ab.

Was sind die sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Soße?

Die sieben Kräuter sind: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Sie werden fein gehackt und mit saurer Sahne, Joghurt, Essig, Öl und hartgekochten Eiern vermengt. Die Grüne Soße ist seit 2016 als hessisches Kulturerbe anerkannt.